Wie eine orgastische Geburt erlebbar wird


Sie ist wunderschön, eine Göttin, nackt mit ihrem prallen Bauch, der ihre Frucht noch in ihr trägt. Langsame, kraftvolle, spiralförmige Bewegungen in Hockstellung gleichen einem sinnlichen Trancetanz. Ihr Mund ist leicht geöffnet und lustvolle, sinnliche Laute erklingen daraus. Sie lehnt sich an ihrem Mann, der ihr den Hals küsst und die Schultern sanft massiert, dann saugt er lustvoll an ihren Brüsten. In mir fängt alles an zu zirkulieren, zu beben, als ich das sehe. Es ist eine Geburt, und gleichzeitig ein Liebesspiel. Sie so zu sehen, völlig versunken in einer anderen Welt, ekstatisch lachend emporschauend in den Himmel. Ein paar leise Schreie und schon ist der Kopf geboren, das Baby ist da. Das will ich auch, denke ich.

Da saß ich also im Geburtshaus beim Erstgespräch. „ Sagen Sie, ist es möglich unter der Geburt mit meinem Partner intim zu werden, wenn mir danach ist? Also, würden Sie uns dafür Raum und Privatsphäre geben? Die Hebamme schaute mich entgeistert an, bis ihr Blick erstarrte, dann herabsank und an ihren Birkenstocksandalen hängenblieb. Puh, stöhnte sie mit großem Fragenzeichen auf der Stirn. Da muss ich mal kurz mit meiner Kollegin sprechen. Sie verließ den Raum und ich hörte es auf dem Flur flüstern…. und ich spürte bereits... hier bin ich nicht richtig. Ich bin einfach anders. Eine Stimme in mir hatte schon gerufen. Du wirst Dein Kind hier gebären, zu Hause, alleine, dort, wo du dich ganz frei machen kannst. Denn es gab keine Hausgeburtshebammen weit und breit. Diese Stimme machte mir Angst, denn ich war doch Erstgebärende, wenn auch der Vater meines Kindes aus dem Haranbut Indianerstamm des Manu Regenwald Reservats in Peru stammte. In der indigenen Kultur war es natürlich total abwegig für eine Geburt ins Krankenhaus zu gehen, außer man gerät in Komplikationen. Die Geburten dort dauerten im Durchschnitt 1-3 Stunden. Dort wurde man von einer oder mehreren „Abuelas“ durch heilige Gesänge in Trancezustände unter der Geburt gesungen, Männer waren traditionell nicht anwesend. Da ich in der Schwangerschaft Probleme mit der Schilddrüse hatte, konnte ich nicht zurück nach Peru in den Regenwald. Doch die Art und Weise, wie in Deutschland mit Geburt umgegangen wurde, entsprach überhaupt nicht meinem intuitiven Gefühl.In mir schrie es. Nein nein nein! Ich fühle das so nicht! Bereits einige Jahre zuvor sah ich mich in einer Vision, wie ich im Dickicht völlig ungestört und alleine mein Baby in Hockstellung zur Welt brachte, wo ich noch gar nicht an Kinderkriegen dachte. Es schien also schon vorprogrammiert zu sein, dass ich diesen Weg gehen würde, weil ich es schon viele Leben zuvor getan hatte, und meine Ahninnen und die Ahninnen meiner Tochter auch. Es war ein Liebemachen mit mir selbst und dem Kosmos, was ich sah. Ich glaubte nicht, dass ich solch einen intimen Prozess unter Beobachtung erleben würde. Soweit so gut.

Vielleicht denkst du, das ist jetzt alles ein wenig realitätsfern und das ist nicht auf Dein Leben übertragbar. Schauen wir mal von der biologischen Seite, wie Geburt am besten funktioniert. Kommt man dann immer noch zu dem Schluss, wie ich damals kam?

Am Ende einer Schwangerschaft sinkt der Progesteron-Spiegel und das Hormon Relaxin entspannt unsere Bänder im Beckenbereich und macht den Muttermund weich. Die Geburt wird vorbereitet. In der Eröffnungsphase wird der Gebärmutterhals zurückgezogen und die Wellen zeigen sich in einem Abstand von 10-15 Minuten. Im Normalfall wird sie mit einem Blasensprung oder Abgang eines Schleimpfropfs eingeleitet. Aber mal unter uns – was ist schon normal? Prostaglandine wirken sich vorteilhaft auf die natürliche Geburtseinleitung ein. Diese befinden sich in der Samenflüssigkeit des Mannes, aber auch in Zellen des Gebärmuttermundes. Es wird bei der Frau intensiv ausgeschüttet, wenn sie sehr erregt ist, weshalb eine beliebte Methode, um die Geburt voranzutreiben das ekstatische Liebesspiel ist.


Dem Hormon, dem wir am meisten Aufmerksamkeit widmen sollten, ist das Oxytocin (griechisch: schnelle Geburt). Es ist zuständig für die Wehentätigkeit. Es gibt viele Arten und Weisen, in denen es ausgeschüttet werden kann. Liebevolle Berührungen, Umarmungen, das Gefühl des Gehaltenseins (vom Universum oder einem Geburtsbegleiter, Engeln, Geistwesen), Küssen, Sex, Tönen, Singen, Lachen, Brustwarzenstimulation, Vertrauen, Liebe, Ruhe, Frieden - und Ungestörtheit, was im biologischen System = Sicherheit bedeutet. Der Oxytocin-Spiegel wird niedriger, wenn die Gebärende Angst, Sorge, Störung, Ablenkung, Unruhe, Unbehagen empfindet und ihre kognitive Denkleistung angeregt wird. Fremde Personen verunsichern das System, weil es auf Hab-Acht-Stellung geht. Die Überfahrt ins Krankenhaus/ Geburtshaus kann bereits einen Geburtsstillstand auslösen, da das geborgene Nest verlassen wird. Nur im geborgenen Nest (Haus, Bett) kann die linke Gehirnhälfte alleinig aktiv sein, damit Hingabe, Transzendenz und Lust entstehen kann. Sonst kann es leicht zu Geburtsstillständen kommen. In der modernen Geburtsmedizin wird dann gleich häufig künstliches Oxytocin in die Blutbahn gespritzt, was aber keinesfalls den gleichen Effekt hat, wie das natürliche Oxytocin, das im Gehirn produziert wird. Denn mit dem natürlichen Oxytocin werden gleichzeitig Endorphine und Serotonine gebildet, die schmerzstillender wirken als Morphium. Zusätzlich erzeugt das natürliche Oxytocin Glücksgefühle. Ausgelöste Schmerzen, die durch den Wehentropf entstehen, müssen mit PDA´s oder stark sedierenden Opiaten kompensiert werden, worauf oft andere Interventionen folgen. Säugetiermütter suchen immer einen ungestörten, geschützten Ort zur Geburt auf und lösen sich sogar von der Herde ab, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Das Schutzbedürfnis vor Fressfeinden durch die Herde ist anscheinend geringer als das Bedürfnis nach absoluter Ruhe und Ungestörtheit. Die Entscheidung, sich von der Gruppe zu separieren, scheint das Überleben der Jungen am ehesten zu sichern. Die Bemutterung, Umsorgung oder Eingriffe von Gruppenmitgliedern sind eher hinderlich statt förderlich für den optimalen Geburtsprozess. Auch in der Schweinehaltung ist von erfahrenen Bauern beobachtet worden, dass allein das Gefühl bei der Geburt beobachtet zu werden, den Geburtsprozess der Sau verlängert oder zu Komplikationen führt. Da wir schließlich auch Säugetiere sind, muss es bei uns genauso verlaufen. Man munkelt, dass viele Kinder in Krankenhäusern besonders gerne auf der Toilette kommen, da wo niemand guckt.

Warum sind wir Menschen dann die einzigen Säugetiere, die denken, Geburtshelfer zu brauchen? Weil wir kulturell durch Ängste und Unsicherheiten belagert sind, dass wir alleine nicht dazu in der Lage sind. Doch auch jetzt noch gibt es auf der Erde viele traditionelle Kulturen, die dem Beispiel der Tierwelt folgen. Ethnologen berichten vielerorts von Frauen, die zu Wehenbeginn Abstand vom Dorf nehmen und sich in die Natur zurückziehen, um ihre Kinder völlig allein zu gebären. Wenig später kommen sie laufend mit dem Kind auf dem Arm zurück. Natürlich gibt es auch in der Natur und Tierwelt Komplikationen und Todesfälle unter der Geburt. Diese sind doch eher auf Krankheit, Schwäche, Unterernährung oder auf ein akutes Stresssyndrom zurückzuführen. Das bedeutet nicht, dass ich grundsätzlich Alleingeburten anpreisen will, da wir Menschenfrauen eben noch ein Hirn haben, was sich leicht verunsichern lassen kann. Bei Tieren gibt es die graue Denkschicht nicht. Die, die uns im Gebärvorgang immer wieder aus unserem Trancezustand herausholen kann. Das „Gebärprogramm“ ist in den alten Gehirnbereichen gespeichert und lässt sich nur dann vollkommen aktivieren, wenn die äußeren Gegebenheiten dies begünstigen und zulassen. Für die allermeisten Gebärenden ist  deswegen eine Umgebung geprägt von Geborgenheit und Fürsorge durch liebevolle Geburtsbegleiter, die gleichzeitig eine psychisch stabile Kompetenz ausstrahlen, enorm wichtig. Denn Säugetier-Menschen sind nochmal störanfälliger als Säugetier-„Tiere“. Ein falscher Satz eines Geburtsbegleiters kann den Fluss in die Hingabe des Prozesses komplett stoppen. Ärzte und Hebammen können uns im schlimmsten Falle einreden, dass wir es auf dem natürlichen Wege eh nicht mehr schaffen, oder uns Druck machen, dass es schneller gehen muss. Die Dauer einer Geburt wird tragischer weise auch durch wirtschaftliche Interessen und Kapazitäten im Bereich der Betreuung bestimmt. Doch auch, weil eine Hebamme die rechtliche Verantwortung für Dich und Dein Baby trägt und deswegen immer eher dazu geneigt ist, auf Nummer sicher zu gehen und Interventionen anzuwenden. Das hat mich dazu animiert, nicht nur selbstbestimmt, sondern eigenverantwortlich meine Geburt selbst zu leiten und selbst zu erfühlen, ob und zu welchem Zeitpunkt ich eine Intervention brauchen würde. Sobald wir unter der Geburt in Ängstlichkeit und Unsicherheit verfallen, uns vielleicht sogar missachtet oder übergangen bis missbraucht fühlen, geraten wir in einen extremen Verlust des Urvertrauens. Säugetiere in freier Natur würden in diesem Moment sofort von diesem Geburtsort flüchten, die Oxytocin-Produktion würde unterbrochen und die Wellen würden zum Stillstand kommen. Die Geburt würde vertragt werden. Stresshormone namens Katecholamine werden normalerweise unter der Geburt rhythmisch ausgeschüttet und begünstigen so die gleichzeitige Ausschüttung von Oxytocin und Endorphinen. Wenn durch die oben genannten Stressfaktoren jedoch eine permanente Katecholamin -Ausschüttung erfolgt, ist Adrenalin so präsent im Körper, dass die Gebärende in den Kampf- oder Fluchtmodus gerät. Und in diesem Modus ebbt die Oxytocin-Produktion direkt ab. Da Flucht aus dem Krankenhaus für die allerwenigsten eine Option ist, gerät die Schwangere in den Kampf mit sich selbst, oder sogar mit dem Krankenhauspersonal. Oder in den Erstarrungsmodus, wo gar nichts mehr geht. Das biologische System pumpt Blut in Arme, Beine, Herz, und Lunge, aber raus aus den im Moment nicht überlebenswichtigen Organen, z.B. der Gebärmutter. So entsteht nach und nach Schmerz durch Verkrampfung der Muskeln und Sauerstoffverlust in den Organen des Gebärapparates, da das in den oben genannten Bereichen befindliche Hämoglobin im Blut Sauerstoffträger ist. Die Geburt wird zum Notfall.

Bei der Geburt werden fast die gleichen Hormone ausgestoßen wie beim Sex. Stell Dir also mal vor, dass Du während des Liebesspiels in Wallung kommst und ungefähr in der Mitte sagt man Dir, es ist Zeit ins Krankenhaus zu gehen, damit der „Geburtsprozess“ Deines Orgasmus sicherheitshalber überprüft werden kann. Während Du also von Deinem Partner, mit dem Du gerade noch so schön zusammen warst, ins Krankenhaus gefahren wirst, sollst Du irgendwie erotisiert bleiben. Du kommst rein, es werden Dir Messgeräte angeschlossen, die Umgebung ist ungewohnt und kalt, es kommen oft Menschen in den Raum, die Du noch nie gesehen hast...

Ich könnte noch stundenlang weiter ausmalen, warum die Konditionen im Krankenhaus Dich weder zum Orgasmus unter Beobachtung bringen werden, noch zu einer orgastischen Geburt. Eher wird Dein Stresshormon-System aktiviert, oder du wirst schlichtweg abgetörnt. Doch natürlich gab es auch schon orgastische Krankenhausgeburten. Da muss man meiner Meinung

nach drei Arten von Orgasmen oder positiv ekstatischen Zuständen unterscheiden. Es handelt sich einmal um den rein körperlich-mechanisch erzeugten Lustorgasmus, dann um den Herzorgasmus und drittens um den Einheitsorgasmus der spirituellen Transzendenz. Alle drei können gemischt auftreten.

Der Lustorgasmus wird durch Stimulation der Yoni (tantrischer Begriff der weiblichen Genitalien – Vulva, Vagina und Gebärmutter), innen wie außen oder der Brustwarzen, Küssen, Streicheln und Berührung erzeugt. Gerade in der Austreibungsphase werden alle möglichen erogenen Zonen innerhalb der Yoni stimuliert, sodass in der Austreibungsphase eine Explosion an Lust spürbar sein kann. Andererseits kann gerade dieser Teil der Geburt extreme Schmerzen hervorrufen, wenn die Frau sich in Angst oder Unsicherheit befindet. Das kann man sehr gut mit Sex vergleichen. Denn wenn man einem Mann nicht vertraut, oder sogar Angst hat, er gefühlt mit Brachialgewalt in uns eindringt, kann es sehr schmerzhaft sein und wir kontrahieren (zusammenziehen). Andererseits sich der männlichen Kraft hinzugeben, loszulassen, sich zu unterwerfen aus Vertrauen, den Penis in sich aufnehmend, empfangend, kann zu großer Lust führen – wir expandieren (ausdehnen). Das bedeutet, dass nicht die Wucht der Wehe das Problem ist, sondern dass wir nicht JA zu ihr sagen, sodass sie sich zur Welle umformen kann. Der nächste Schritt, ist das lustvolle JA. Und da haben wir Säugetier-Menschen wiederum einen klaren Vorteil den Säugetier-Tieren gegenüber. Wir können unsere Phantasie benutzen. Wie beim Sex. Was wäre Sex ohne Phantasie oder romantische Gefühle? Wenn Du normalerweise animalischen pornösen Sex geil findest, dann stell Dir genau diese Zustände vor, wenn Du deine Geburt visualisierst. Wenn Du es geil findest, bei Deiner Freizügigkeit beobachtet zu werden, geh da rein. Wenn du es erregend findest, dass Du endlich mal schreien darfst, und zwar so laut und ungefiltert wie du willst, dann feiere jetzt schon deinen Befreiungsakt und übe die dynamische Meditation des Schreiens, Tobens und freiem Körperausdruck.

Die zweite Art des Orgasmus ist der Herzorgasmus. Kennst du es, wenn du vor Glück und Liebe weinen musst? Dann bist du nur so durchflutet mit Endorphinen und Oxytocin. Dieser Herzorgasmus tritt auf, wenn wir uns in einem Zustand der tiefen und intensiven Liebe und Bindung befinden. Zu einem Menschen, Gott, Tieren, einfach zu allem, auch zu deinem Baby. Durch das unbändige Zerfließen unseres Herzens wird so viel Oxytocin ausgestoßen, dass wir Ganzkörperorgasmen erfahren.

Die dritte Art des Orgasmus ist der transzendentale Orgasmus. Dort hast du Dein Ich verloren und badest nur im unendlichen Kosmos. Es ist wahrscheinlicher, dass Du so eine Art Orgasmus nur in einem absolut ungestörten „Setting“ bekommst. Aber sag niemals nie. Dein Geist ist so mächtig, dass, auch wenn du im Krankenhaus bist, du in der Lage sein kannst, dich wegzubeamen und dein Rund-herum auszuschalten.

Wenn Du Dir eine orgastische Geburt wünschst, ist es, wie meine Schwester Amira so schön zu sagen pflegt, dass du jetzt damit beginnst, Sinnlichkeit und Erotik in dein Leben einzuladen, und nicht erst unter der Geburt. Eine Geburtsatmosphäre zu finden, bei der wir uns so intim fühlen können wie beim Liebesakt, ziehen die allermeisten Frauen aus entfremdeten geburtskulturellen Beweggründen kaum mehr in Erwägung. Da diese aber noch nicht mal im Geburtshaus gegeben ist, außer Du hast eine wirklich lockere Hebamme, dann kannst Du Dich komplett nackt machen. Nicht nur äußerlich, sondern innerlich. Natürlich gibt es auch Frauen, die sich innerlich locker machen können, egal in welcher Geburtsathmosphäre. Das ist aber ein bestimmter Typ Frauen, badass-mäßige sozusagen. Das ursprüngliche Wissen, wie Geburt eigentlich bestimmt ist, ist völlig in Vergessenheit geraten und ich bin voller Endorphine, dass wir dies mit diesem Gemeinschaftsprojekt wieder aufleben lassen. Für manche Frauen, die der Technik und Ärzteschaft vertrauen, ist ein Krankenhaus genau der Platz, der ihnen Geborgenheit verschafft – und dann ist das auch der richtige Gebärplatz. Es macht ihnen nichts aus, wenn sie jede Stunde vaginal untersucht, oder Herztöne regelmäßig gecheckt werden. Sie fühlen sich so gut umsorgt und gut aufgehoben.

Dies muss jede Frau für sich selbst hinterfragen. Bei mir war es das genaue Gegenteil, ich wollte in meine Hingabe gleiten und Zugang zu den kosmischen Kräften erhalten und die Geburt so als eine Initiation erleben – und das hat für mich alleine so funktioniert. Geburt lediglich als einen rein körperlichen Marathon zu sehen, den man zu leisten hatte, war mir zu wenig. Ich sah noch ein viel größeres Potential in ihr und in mir. Am Anfang meiner Schwangerschaft liebäugelte ich noch mit einer orgastischen Geburt. Doch meine gesamte Schwangerschaft lief sehr keusch und pur ab. Kein Mann durfte an mich heran. Der Vater meiner Tochter war nicht anwesend. Ich meditierte unglaublich viel und verbrachte die meiste Zeit alleine in der Natur. Deswegen erfuhr ich auch eher eine transzendentale, meditative Geburt, und ich wurde auf den Wellen hin- und her getragen wie in einem Traum, der kaum in Erinnerung geblieben ist. Die Austreibungsphase habe ich mir immer wieder sehr romantisch, sanft und positiv visualisiert, doch sie war unglaublich archaisch und laut, aber auch lustig - was das beste war, was mir passieren konnte. Denn meine orgastische Kraft hatte ich bereits entdeckt. Aber die archaische Urgewalt, die durch mich fuhr hat mir gezeigt, zu was ich fähig bin, und mich mit einem königlichen Gefühl umhüllt, dass bis heute anhält.

Stell dir vor, du würdest dir beim Liebemachen mit deinem/deiner Liebsten vorher genau visualisieren wie es zu laufen hat, und dich auf ein Endergebnis, den bombastischen Orgasmus festbeißen. Dann wird es mechanisch und unsinnlich, und sicherlich keine Muße. Hingabe in den Moment und in das Ungewisse im 100%igen Vertrauen ist es, was einen Loslass- Orgasmus (Herz oder Transzendentalorgasmus) erzeugen kann. Und Hingabe folgt niemals einem verbissenen Plan, sondern der Freude.

Ob ich mir eine ekstatische, bzw. orgastische Geburt für mein nächstes Kind wünsche (sei es im meinem spirituellen Lebensplan verankert, noch eins zu gebären enthalten)? Ein ekstatisches JAAAA!! Glaube ich, dass es möglich ist? Ein riesiges vorfreudiges JAAAAAA.

Denn das Vertrauen in meine Gebärkraft und die Hingabe in den intuitiven Fluss der Geburt wird bei der nächsten Geburt um 300% gestiegen sein. Die Anspannung des „1. Mal“ wird weg sein. Nur pure Freude wird präsent sein, dass ich ein weiteres Mal die Chance erhalte, mich in ein noch höheres königliches Göttinnendasein zu initiieren. Eine grobe, noch nicht ausgereifte Vision meiner nächsten Geburt ist, mich von Doulaschwestern und meinem Geliebten unter der Geburt massieren, und wenn ich es wünsche sogar intim stimulieren lasse. Ich würde es lieben, wenn sie meine Brüste massieren. Allein der Gedanke daran lässt mich schon sinnlich blumig durchatmen und feucht werden und ich gehe mal davon aus, dass die Geburt erheblich verkürzt würde. Ob ich das dann überhaupt will? Schon bei der ersten Geburt habe ich mir gewünscht, dass sie länger dauern würde, damit ich das Erlebnis voll mitnehmen könnte. Der Gedanke von allen meinen Geburtsbegleiter/innen als heilige Lebensschöpferin gesehen zu werden, die sich dem Fluss des Prozesses in Trance hingibt, als zu verehrende Göttin--. Im Mittelpunkt zu stehen und mit goldenen Händen verwöhnt zu werden…. Ich stelle mir nur vor, was so ein Start ins Leben meines Kindes für es bedeuten würde. Wenn es in einem Bad von ekstatischen lustvollen Gefühlen schwimmt. Wer das Manuskript der Maria Magdalena von Tom Kenyon gelesen hat, weiß, dass sie in die Sexualmagie der Isis eingeweiht war und durch die sexuelle Vereinigung mit Jeshua (Jesus) höchste göttliche Vereinigung erlangt hat. Unsere Sexualenergie unter der Geburt zu verwenden, eben diese tiefe göttliche und ekstatische Vereinigung zu erfahren, ist ein Gottesgeschenk, das wir nutzen können. Um solche transzendentalen Zustände zu erreichen können wir unsere Schlangenkraft (Kundalini-Energie) in der Wirbelsäule aktivieren, was jedoch Übung erfordert. Glaubenssätze, dass frei gelebte Sexualität peinlich, schlampig oder ähnliches ist, gilt es zu überwinden. Wir sind viel zu lang von der Kirche manipuliert worden, die uns einer der größten Energiequellen kappen wollte. Sie drosselte und kontrollierte unsere Sexualenergie und trennte uns Frauen so ab von unserer wahren Kraft.

Kein Meister ist vom Himmel gefallen, vor allem weil unsere Kultur uns gegenteilig gepolt hat und wir einen Haufen Konditionierungen und Labels entblättern müssen. Auch Loslassen und Vertrauen muss geübt werden, es wurde uns nicht als Schulfach gelehrt und von unseren Eltern in den aller meisten Fällen auch nicht. Es ist absolut sinnvoll, nicht erst unter der Geburt damit zu beginnen, sondern genau jetzt. Auch wenn Du noch nicht mal schwanger bist. Themen, die Du in Verbindung mit Sexualität Scham und Schuld, Trauma und Angst aufgeladen hast, JETZT zu beginnen aufzulösen. Mehr in die Sinnlichkeit, Hingabe und ekstatische Liebe mit Deinem Partner zu kommen. Hemmende Glaubenssätze über Deine Gebärkraft, die Deiner Ahninnen oder Frauen generell in Stärkende zu ersetzen. Deine eigene Geburt aufzuarbeiten….

Eine bevorstehende Geburt ist ein Katalysator, ein Beschleuniger für eine heilende Transformation in deinem Leben, wenn Du das willst. Nicht nur Du gebärst ein neues Kind, sondern du kannst Dich selbst ins Licht gebären. Autorin: Nina Struch, Biowissenschaftlerin, Medialer Coach, Therapeutin (HP Psych.) und Lehrerin für heilige Weiblichkeit

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